Abendroutinen mit Kindern

Abendroutinen mit Kindern

Warum sie Gold wert sind – und wie sie bei euch wirklich funktionieren (auch ohne Perfektion)

Kennst du diese Abende?

Es ist eigentlich schon Schlafenszeit.
Das Schulkind sucht plötzlich noch sein Lieblingskuscheltier.
Das Kindergartenkind bekommt exakt jetzt einen Heulkrampf, weil die Zahnpasta „komisch schmeckt“.
Du wolltest doch nur einen halbwegs entspannten Tagesabschluss… und stehst stattdessen kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

Bin voll bei dir.
Und genau deshalb reden wir heute über Abendroutinen mit Kindern – ehrlich, alltagstauglich und ohne Perfektion.

Was ist eine Abendroutine überhaupt?

Fangen wir ganz vorne an, bevor wir in die Praxis gehen.

Was heißt Abendroutine?
Eine Abendroutine ist eine wiederkehrende Abfolge von immer ähnlichen Handlungen, die den Übergang vom aktiven Tag in die Ruhephase vorbereiten.

Kurz gesagt:
👉 Sie hilft dem Körper (und dem Kopf) zu verstehen: Jetzt wird runtergefahren.

Was gehört zur Abendroutine?

    • Abendessen
    • Aufräumen oder Vorbereitung für den nächsten Tag
    • Körperpflege (Zähne putzen, waschen, umziehen)
    • ruhige Aktivitäten (lesen, kuscheln, erzählen)
    • Schlafengehen

Und nein:
Eine Abendroutine ist keine militärische Drillübung.
Sie ist ein liebevoller Rahmen. Nicht mehr. Nicht weniger.

Warum sind Abendroutinen mit Kindern so wichtig?

Vielleicht fragst du dich:

„Brauchen wir das wirklich?“

Kurze Antwort: Ja. Und zwar dringend.

Was bringt eine Abendroutine?

Eine gute Abendroutine:

    • gibt Kindern Sicherheit
    • reduziert Diskussionen („Aber ich will noch…“)
    • fördert besseren Schlaf
    • senkt Stress – bei Kindern und bei dir
    • spart Zeit und Nerven (ja, wirklich!)

Kinder lieben Wiederholungen.
Auch wenn sie so tun, als würden sie jeden Abend alles neu verhandeln wollen 😉

Abendroutine wie lange? Die ehrliche Antwort

Eine der häufigsten Fragen:
Wie lange sollte eine Abendroutine dauern?

Die Antwort ist – wie so oft – unsexy:
👉 Es kommt drauf an.

Grobe Richtwerte:

    • Kleinkinder: 20–30 Minuten
    • Kindergartenkinder: 30–45 Minuten
    • Schulkinder: 45–60 Minuten

Wichtiger als die Dauer ist:
➡️ die Reihenfolge und Wiederholung

Lieber jeden Abend 30 Minuten gleich als einmal die perfekte Stunde und dann Chaos.

Abendroutine Kleinkinder: weniger ist mehr

Bei kleinen Kindern gilt:
Runterfahren statt Programm.

Wie kann eine Abendroutine für Kleinkinder aussehen?

    • frühes Abendessen
    • ruhiges Spielen oder Vorlesen
    • Schlafanzug anziehen
    • Zähne putzen
    • kurze Geschichte oder Lied
    • Licht aus

Mehr brauchen sie nicht.
Weniger Reize, weniger Diskussionen, mehr Nähe.

Vorlesen, eines der schönsten Abendroutinen

Ein Beispielabend mit einem Schulkind und einem Kindergartenkind

Jetzt wird’s praktisch – so sieht ein realistischer Abend aus.

17:30 Uhr – Abendessen

Nicht zu spät essen!
Ein voller Bauch um 19 Uhr macht müde – aber nicht schlafbereit.

18:00 Uhr – Bewegung & frische Luft

Nochmal kurz raus:

    • kleine Runde um den Block
    • Trampolin
    • Ball spielen

Warum?
👉 Bewegung + frische Luft = besserer Schlaf. Punkt.

Natürlich kannst du es auch probieren ob die Kinder mit dir Yoga machen, meine tuen es nicht, zu langweilig!

18:30 Uhr – Vorbereitung für morgen

    • Schulranzen packen
    • Kindergartenrucksack vorbereiten
    • Kleidung rauslegen

Pro-Tipp:
👉 Gemeinsam statt „Mach das jetzt endlich!“ denn das funktioniert sowieso nicht, also bei uns nicht.

19:00 Uhr – Körperpflege

    • Zähne putzen
    • waschen
    • Schlafanzug anziehen

Hier helfen Abendroutine-Checklisten mega gut – visuell, klar, stressfrei.

19:20 Uhr – Ruhige Zeit

    • Vorlesen
    • Kuscheln
    • Erzählen, wie der Tag war

Kein Actionbuch. Kein Toben.
Jetzt darf der Tag langsam leise werden.

19:45 Uhr – Schlafenszeit

Ritual beenden:

    • Gute-Nacht-Kuss
    • Licht aus
    • gleiches Abschiedswort jeden Abend

Kinder lieben Vorhersehbarkeit. Auch wenn sie es nie zugeben würden 😉

Abendroutine: Kleidung zurechtlegen

Was sind gute Abendroutinen?

Gute Abendroutinen sind:

    • gleich
    • überschaubar
    • entspannt
    • realistisch

Nicht so gut sind:

    • neue Regeln jeden Abend
    • zu spätes Zubettgehen
    • Diskussionen bis zur Erschöpfung
    • Erwartungen, dass es sofort perfekt läuft

Tipps für einen besseren Schlaf für Kinder und die Mütter

Jetzt kommen meine Lieblingspunkte 💛

1. Frische Luft & Bewegung

Schon erwähnt, aber so wichtig:
👉 Kinder schlafen besser, wenn sie sich bewegt haben.

2. Nicht zu spätes Abendessen

Ideal:

    • leicht
    • nicht fettig
    • nicht riesig

3. Zimmer lüften

Vor dem Schlafengehen:
Fenster auf. Frische rein. Schlafqualität hoch.

4. Aromaöle & Sprays

Lavendel wirkt beruhigend – bei vielen Kindern (und Mamas).
Ein kleines Spray auf das Kissen oder in die Luft:
✨ Ritual + Entspannung in einem.

5. Abendroutine Planer & Checklisten

Kinder lieben es:

    • Dinge abzuhaken, selbst aktiv zu sein fördert die Autonomie – ein wichtiges Bedürfnis ist in jedem Alter
    • selbstständig zu sein, ich habe das selbst gemacht, ich habe was geschafft – wieder Autonomie-Bedürfnis erfüllt
    • den Überblick zu behalten, was steht noch an, was hab ich schon erledigt. Das gibt Orientierung und damit Sicherheit, ebenfalls ein Bedürfnis.

Und du? Dir wird dein Bedürfnis nach Leichtigkeit erfüllt.
Du musst weniger erinnern. Win-win.

Aromaspray, mein Einschlafhelfer

„Unsere Abendroutine klappt nicht“ – und jetzt?

Jetzt kommt der wichtigste Teil dieses Artikels.

Nicht Perfektion ist wichtig. Sondern Wiederholung.

Wenn du denkst:

    • „Ich mache alles falsch“
    • „Bei uns klappt das einfach nicht“
    • „Andere bekommen das besser hin“

Stopp. Atmen. Weiterlesen.

Du hast nicht versagt.

Du bist mitten im Lernprozess.

Eine Routine:

    • sitzt nicht nach 3 Tagen, die Wissenschaft hat schon bewiesen nach 66 Tagen ist eine Routine etabliert
    • funktioniert nicht jeden Abend gleich, mal bist du übermüdet, mal wird es etwas später oder der Tag war zu aufregend
    • braucht Übung, dein Kind und auch du müsst euch auf die neue Routine erstmal einstellen, das dauert.

Sei nicht zu streng mit dir selbst.
Deine Kinder lernen. Du auch.

Ermutigung zum Schluss 💛

Leg los.
Nicht perfekt, lieber unperfekt beginnen als perfekt zu zögern, nicht warten bis die „schwierige“ Phase vorbei ist oder das Zahnen oder die Wutausbrüche, gerade jetzt ist die perfekte Zeit mit einer Routine anzufangen!
Nicht mit zu hohen Erwartungen, dein Kind wird nicht sofort mitmachen.
Nicht mit dem Anspruch, dass alles sofort klappt, wird es wahrscheinlich nicht.

Fang klein an, mit einer Routine die ihr bis jetzt noch nicht gemacht habt, wie Lüften oder Bewegung, probiere es aus, beobachte am besten über paar Wochen, hat sich was verändert, positiv oder auch negativ? Du kannst jederzeit eine Routine wieder sein lassen oder durch eine andere ersetzen.
Bleib dran, da ist jetzt etwas Disziplin gefragt, aber nur am Anfang glaub es mir, es wird einfacher und irgendwann läuft es wie von alleine.
Und vertraue darauf, dass Wiederholung wirkt.

Abendroutinen mit Kindern sind kein Zaubertrick.
Aber sie sind eines der besten Geschenke, die du euch machen kannst.

Und hey:
Wenn es heute chaotisch war – morgen ist ein neuer Abend.

Bleib im Flow✨ 💛

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